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Praktikum bei VISER Systemintegration, Stuttgart

vom 20.07. bis 09.10.1999
   
Inhaltsverzeichnis
   
Viser - das Unternehmen
Was ist Viser?
Philosophie des Unternehmens
Inhalte des Praktikums
Kundenprojekt IM - Fachverlag
Kundenprojekt Hummel-Druck
Kundenprojekt Milano Lampen
Internes Projekt: Relaunch Viser-Seiten
Publikation in Austria Pro
Allgemeine Tätigkeiten

Die Erfahrungen

Anhang I - Kunden von VISER ( Auswahl )



Viser - das Unternehmen

Was ist Viser?
VISER Systemintegration wurde im Mai 1997 von Tim Schneider (Geschäftsführer) gegründet. Die Geschäftsräume befinden sich in der Hauptstätter Straße 35, direkt im Stadtzentrum von Stuttgart. VISER konzipiert und realisiert Internetprojekte, Electronic Commerce Lösungen und EDI - Anbindungen. Weitere Geschäftsfelder sind personalisierte Dienstleistungen, database marketing und relationship business. VISER Systemintergration hat seine Wurzeln im EDI/EDIFACT Geschäft. EDI, das für elektronischen Datenaustausch (Electronic Data Interchange) steht, ist ein Prozeß bei dem beispielsweise Bestellungen und Rechnungen über Netzwerke von einem Unternehmen zum anderen Unternehmen übertragen werden. EDI ist zu einer Zeit entstanden als das Internet nur in wissenschaftlichen Kreisen verwendet wurde. Daher erfolgt die Übertragung der EDI-Nachrichten über sogenannte Value Added Networks (VAN). Diese sind weitestgehend inkompatibel mit dem Internet. Allerdings hat sich EDI im Automobilbereich und im Handel bereits stark durchgesetzt. Da diese Unternehmen ihre Investitionen sichern wollen, setzen sie bei Ihren Handelspartnern auch auf klassisches EDI. Daher bindet VISER auch heute Unternehmen mit EDI an VANs an. Allerdings hat sich VISER auch der Verbindung der EDI- und Internetwelt verschrieben. VISER setzt außerdem auf die neue Sprache XML, die sich im Internet für Prozesse des Datenaustausches höchstwahrscheinlich durchsetzen wird. VISER arbeitet in der XML/EDI Group an der Entwicklung und Verbindung dieser Standards.

Philosophie des Unternehmens
Eine Präsentation im Internet führt nicht automatisch zu dem gewünschten Geschäftserfolg. So muß individuell entschieden werden, welche Art von Informationsauftritt zu einem Unternehmen paßt. VISER Systemintegration berät und realisiert die Visionen der Kunden. Das Ziel ist, Informationen und Dienstleistungen durch einen zielgerechten Internetauftritt zu präsentieren. Dieser wird schrittweise zu einer leistungsfähigen Plattform ausgebaut, wobei auch neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Online Shops sind die Schaufenster des Unternehmens, Präsentation der Artikel, Dienstleistungen und Informationen. Nutzung der Interaktivität, übersichtliche Gestaltung und intuitive Bedienerführung, dies sind nur einige Merkmale dieses Konzeptes. Bestellung als Ziel der Präsentation führt zu Umsatz und Ertrag. Die spezifischen Geschäftsprozesse werden in die jeweilige Konzeption mit einbezogen. So spiegelt sich die Individualität des Unternehmens in dem Projekt wieder. Zur Umsetzung der Internetprojekte wird modernste Standardsoftware aus dem Bereich EDI, One-to-One-Marketing, Empfehlungssysteme und Business-Rules verwendet.


Inhalte des Praktikums


Während meines Praktikums bei VISER wurde ich mit mehreren Projekten betraut, die ich mehr oder weniger eigenverantwortlich bearbeitete. Deshalb halte ich es für sinnvoll, im folgenden auf diese Projekte, deren Besonderheiten und Probleme, einzugehen.

Kundenprojekt IM - Fachverlag ( www.im-fachverlag.de )
der Kunde
Der in Ettlingen ansässige IM-Fachverlag engagiert sich stark in den Bereichen Direktmarketing und Database Marketing. Er ist Herausgeber der einzigen deutschen Fachzeitschrift "Database Marketing", die Chancen, Risiken und Möglichkeiten der Umsetzung des professionellen Database Marketing im Unternehmen aufzeigt.
Neben den Fachzeitschriften und Fortbildungen vertreibt der Verlag auch Bücher im Versandhandel.

die Aufgaben
Im Rahmen der Ankündigung mehrerer Kongresse im Internet wurde VISER beauftragt, den vorhanden Webauftritt um den Bereich Konferenzen und Kongresse zu erweitern.
Meine Aufgaben bestanden darin, ein neues Layout zu erstellen und eine offene Programmbibliothek zur Verarbeitung von Anfragen zu programmieren, damit Besuchern der Seite die Möglichkeit eröffnet wird, sowohl Informationsmaterial zu den Kongressen zu bestellen als auch Kontakt per E-Mail zu ergreifen. Des weiteren wurde gewünscht, daß sich Besucher der Seiten auch online für die Kongresse anmelden können. In einer zweiten Phase des Projektes wurde der Auftritt durch ein Online-Forum, in dem jeder Besucher Diskussionsbeiträge zu Themen verfassen kann, erweitert.

die Lehren
Schon in der ersten Woche wurde ich mit diesem Projekt betraut, es war also sozusagen ein Beginn von fast Null auf Hundert. Neben dem Erlernen der Bürostrukturen mußte ich mich auch in verschiedenen Anwendungsprogrammen (vor allem Homesite von Allaire) zurechtfinden, da sie die Grundlage für die kommenden Wochen bildeten. Ich lernte außer den Umsetzungsschwierigkeiten von Kundenwünschen auch Probleme der generellen Arbeitsorganisation kennen: Wo beginne ich bei einem solchen Projekt? Wie vermeide ich doppelte Arbeitsschritte? Des weiteren bekam ich sofort den Kontakt zum Kunden. In mehreren Telefonaten wurden die offenen Wünsche des Kunden besprochen. Es war dabei gar nicht so einfach, dem Kunden zu erklären, wieso man das Problem auf diese Art und Weise gelöst hat und gerade dies die beste Lösung ist.

Kundenprojekt Hummel-Druck ( www.hummel-print.de )
der Kunde
Hummel-Druck ist seit über 40 Jahren in der Druckbranche aktiv. Auf dem Gebiet der codierten Informationen, im Endlosdruckbereich und in der Flugticket- und Fahrscheinherstellung liegen die Kernkompetenzen des Unternehmens. Auf dem Werk in Magstadt sind neben der Verwaltung auf einer Fläche von 3.400 m² modernste Maschinen und Systeme untergebracht.
Hummel Druck ist eine Druckerei, die bis dato über die herkömmlichen Vertriebswege ihre Kunden erreichte. In der DV-Abteilung entstand nun die Idee eines Internetauftrittes mit einem integrierten Online-Shop. Basis war die in einer Diplomarbeit erarbeitete Internetpräsenz einer Mitarbeiterin, die nach dem Studium von Hummel-Druck übernommen worden war.

die Aufgaben
Hauptaufgabe war die Konzeption und Realisation eines Online-Shops und dessen Einbindung in die vorhandenen Seiten des Unternehmens. Nachdem ich sowohl einen Entwurf des Online-Shops als auch die Navigation und mögliche Anbindung an die bestehenden Seiten erarbeitet hatte, wurde diese dem Kunden präsentiert. Da es aber noch viele offenen Fragen gab, die erst intern im Hause Hummel zu klären waren, wurde das Projekt von VISER zurückgestellt. Bis zum Ende meines Praktikums konnte das Projekt nicht vollendet werden.

die Lehren
Die Arbeit an diesem Projekt gestaltete sich aus mehren Gründen schwierig: Bei Hummel selbst war man sich nicht darüber im klaren, in wieweit die vorhandene Diplomarbeit nun weitergeführt oder ganz neu angefangen werden sollte. Es fehlte am grundlegenden Konzept, auch waren die einzelnen Abteilungen nicht in das Projekt 'Internet' involviert. Für VISER stellte sich zunehmend die Frage, wie viele Arbeitsstunden investiert werden sollten mit der Gefahr, nicht in die richtige Richtung gearbeitet zu haben.
Sehr interessant für mich war der erste persönliche Kundenkontakt, bei dem ich meine Arbeit vorstellte. Ganz automatisch befindet man sich in einer Situation, in der man nur schwer dem Gegenüber widersprechen kann, da man ihn nicht als Kunden verlieren will.

Kundenprojekt Milano Lampen ( www.milano.de )
der Kunde
Milano Leuchten ist ein Stuttgarter Unternehmen mit 12 Mitarbeitern, das sich auf den Verkauf von Design- und Markenprodukten im Leuchtenbereich konzentriert hat. Das Einzelhandelsgeschäft ist seit 1997 im Netz und bemüht sich darum, durch symbolische Benutzeroberflächen und eine klare, flache Struktur dem Kunden eine möglichst gute Ergänzung zum Besuch im eigentlichen Laden zu bieten.

die Aufgaben
Die vorhandene Shoppinglösung des Kunden war bedienerunfreundlich und führte deshalb kaum zu Umsatzerlösen aus dem Internet. Um gleich Nägel mit Köpfen zu machen, wurde VISER beauftragt, einen neuen Online-Shop mit Datenbankanbindung zu produzieren.
Ein Großteil der Arbeit wurde durch einen Mitarbeiter von VISER erledigt, der eine SQL-Datenbank gestaltete und deren Anbindung an die Internetseiten programmierte. Mir wurde gegen Ende des Projektes die Aufgabe zuteil, die Abfragen an die Datenbank neu zu programmieren ( mit der an C angelehnten, spezifischen Programmiersprache 'Light' ).

die Lehren
Ich lernte Milano als einen Kunden kennen, der sehr engagiert unsere Arbeit beobachtete und immer wieder mit neuen Ideen das Projekt verbessern wollte. Jedoch schien die Arbeit dadurch manchmal ins Uferlose abzugleiten, da z.B. nicht ganz geschlossene "Baustellen" durch Erweiterungen in der Datenbank seitens Milano immer größer wurden. Ich bekam zu spüren, daß von grundlegend großer Bedeutung bei jeder Datenbank die gute Pflege und Qualität der vorhandenen Daten ist, denn ohne diese Faktoren können die Abfragen noch so geschickt programmiert sein, es wird sich oft ein nicht gewünschtes Suchergebnis einstellen.

Internes Projekt: Relaunch Viser-Seiten ( www.viser.de )
die Aufgaben
VISER verbreitet seit einiger Zeit einen Newsletter, in dem über aktuelle Themen und Projekte des Unternehmen berichtet wird. Das Abonnement dieses Newletters war auf den VISER-Seiten jedoch nur schlecht zu finden und so wurde es meine Aufgabe, diesen Teil des Auftrittes zu überarbeiten.

die Lehren
Es war erstaunlich, wie die Bestellzahlen des Newsletters in die Höhe schnellten, nachdem wir die Bestellmöglichkeit immer sichtbar in der Navigationsleiste installierten. In diesem Zusammenhang wurde mir recht deutlich, wie wichtig es ist, sich bei der Produktion von Internetseiten Gedanken darüber zu machen, wie man den Besucher durch diese führt. Zum Beispiel sollte man bei Online-Shops die allgemeinen Geschäftsbedingungen an der Stelle platzieren, an der sie auch vom potenziellen Kunden gelesen werden.

Publikation in Austria Pro
der Kunde
Austria Pro ist ein Verein, der in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich arbeitet. Eines seiner Hauptziele besteht darin, die Entwicklung und Verbreitung des elektronischen Datenaustausches in Österreich zu fördern. Dies geschieht auch durch die Publikation der gleichnamigen Zeitschrift "Austria Pro", die halbjährlich erscheint.

die Aufgaben
Durch Publikationen in der deutschen Presse angeregt kam Austria Pro mit der Bitte auf uns zu, den österreichischen Kunden eine Einführung in die neue Sprache XML zu geben.

die Lehren
Ich brauchte einige Zeit, um mich in das neue Thema einzuarbeiten. Neben der Literaturrecherche galt es auch, sich durch Mailing-Listen, in denen über dieses Thema diskutiert wurde, auf dem neuesten Stand zu halten, denn diese Sprache ist noch im Aufbau. Außerdem mußte ich einige Male den Artikel ganz überarbeiten, da er anfangs zu technisch ausgerichtet war. Des weiteren handelt es sich bei den potenziellen Lesern um österreichische EDI-Fachleute, denen oftmals das 'neue' Internet nur recht schwer nahe zu bringen ist. Deshalb habe ich bewußt den Ansatz gewählt, die Möglichkeiten von XML in bezug auf EDI aufzuzeigen. Im Unternehmen VISER wurden zur gleichen Zeit weitere Artikel geschrieben, deren Themengebiet meinem ähnelten, jedoch kamen ganz verschiedene Texte dabei heraus: Wir hatten für eine unterschiedliche Leserschaft geschrieben!

Allgemeine Tätigkeiten
Besuch von Veranstaltungen
Neben dem Tagesgeschäft wurde mir von VISER immer wieder die Möglichkeit gegeben, zusätzliche Veranstaltungen zu besuchen.
Interessant war zum Beispiel der von der IHK organisierte Vortrag Siegmar Mosdorfs, Vorsitzender der Enquete-Kommission "Zukunft der Medien in Medien und Wirtschaft" und Mitglied des deutschen Bundestages, in dem er die USA als Vorbild für die Entwicklung in Deutschland bezeichnete. Nicht zu überhören waren allerdings auch die politischen Seitenhiebe auf die gerade abgelösten Regierungsparteien.
Lothar Späth, Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG, hatte da meiner Meinung nach noch mehr zu bieten. Er redete anläßlich des Symposiums "Mobile Zukunft", initiiert von der "Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH", an dem auch VISER mit seinem Kunden Onkelemma Shoppinglösungen vorstellte. Geschickt hielt er dem Publikum einen Spiegel vor, in dem er die Stärken und Schwächen der Schwaben skizzierte.
Zum Einstieg in meinen Artikel 'Mit XML in die Zukunft' finanzierte mir VISER einen Workshop des Forschungszentrums Informatik (FZI) in Karlsruhe. An diesem Nachmittag konnte ich die Grundlage für meinen Artikel legen. Ich merkte aber auch, daß man mit wenigen Stunden Informationsvorsprung in dieser Branche sehr gut Geld verdienen kann. Einige Unternehmen gehen sogar einen Schritt weiter. Sie unterstützen den Informationsfluß, indem sie die "Wissenden" und "Nichtwissenden" an einen Tisch bringen und dafür Geld verlangen.

Literatur
Bemerkenswert im Unternehmen VISER war der "Information-Overflow", dem ich tagtäglich ausgesetzt war. Anfangs führte dies meinerseits zur Verwirrung, inwieweit ich alle diese Zeitschriften der Computerbranche oder auch für Unternehmensgründer denn überhaupt lesen sollte. Mit der Zeit jedoch suchte ich mir die interessanten Artikel heraus, und so konnte ich mich auch abseits der Arbeit gut weiterbilden. Eine ähnliche Entwicklung machte ich bei den News - und Discussion-Groups des WWW durch. Es nützt nur wenig, täglich über 50 Mails mit der Delete-Taste zu lesen, auch hier gilt es, sich die persönlich passenden Listen herauszusuchen.


Die Erfahrungen


Mit Sicherheit kann ich sagen, daß mein Praktikum bei VISER eine Bereicherung für mich und meinen beruflichen Werdegang war. Die offene Kultur von VISER, die Praktikanten als vollwertigen Mitarbeiter ansieht, gibt jedem die Möglichkeit, sich in den Arbeitsprozess mit neuen Gedankengängen einzubringen und so Projekte zu bereichern - Praktikanten werden vom Geschäftsführer geradezu aufgefordert, etwaige Probleme aufzuzeigen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Es gibt also keine Dogmen, die als unveränderlich im Unternehmen gelten. Sehr positiv in Erinnerung behalten werde ich auch die Gespräche, die sich um die Zukunft des Unternehmens und dessen Positionierung im Markt drehten. So konnte ich meinen Blick über die Projekte und die tägliche Arbeit hinaus auf die grundlegenden Aspekte der Unternehmensführung werfen. Ich kann abschließend jedem empfehlen, der eine Affinität zum Internet hat, selbständig und eigenverantwortlich arbeiten kann und nach keinem "nine-to-five"-Job sucht, bei VISER Systemintegration Stuttgart ein Praktikum zu absolvieren.


Stuttgart, im November 1998

Winfried Ebner

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