Newsletter No. 1
vom 23.Oktober 2000
Hallo liebe Freunde,
anbei findet Ihr den ersten Internship-Newsletter aus Redmond/Seattle (USA), der ueber Land, Leute und natuerlich auch ueber mein Praktikum bei EddieBauer (http://www.eddiebauer.com) im Marketing ( genauer: Customer Value Management ) berichtet.
Wenn Ihr keine solche Mail mehr erhalten wollt, dann lasst mich das bitte wissen -- positive Rueckmeldungen sind natuerlich auch willkommen :-)
In Brief:
SEATTLE ( erste Wochen )
ueberwiegend sonnig, klein uebersichtlich, aber gross genug, um Spass zu haben
NEUE WOHNUNG / ADRESSE
Winfried Ebner
5252 15th Ave. NE
Room #2
Seattle WA, 98105-3402
USA
EDDIE BAUER
zufriedene Mitarbeiter, ruhige Atmosphaere -- aber lange Arbeitszeiten
SUPERVISOR
die richtige Person im richtigen Augenblick: John
METHODEN / LOESUNEN -- ABER 'ACHTUNG'
wie ich einen Bus anhalte -- "caution, content could be hot"
NATUR
Mt. Rainier Reservat -- Sternenhimmel etc.
SEATTLE:
Zum Glueck hatte ich zu Anfang des Aufenthaltes eine Woche, um mir Seattle genau anzusehen. Die Sehenswuerdigkeiten kann man locker in einer Woche abgrasen und machmal macht es auch richtig Spass, mit dem Lonely Planet unter dem Arm durch die Strassen zu streifen. Sehenswert ist vor allem das Space Needle [Bild], einem Raumschiff aehnlicher Tower, auf dem ein Drehrestaurant eingerichtet ist. Inspiriert wurde der Erbauer dieses Wahrzeichens von Seattle vom ..... Stuttgarter Fernsehturm -- es ist schon erstaunlich, wie oft man hier mit der eigenen Heimat in Kontakt kommt. Auf den Bainbridge-Islands ( liegen auch in der Puget Sound Bucht ) werden Reben gezuechtet und teuerer Wein verkauft, der woher kommt ...: Aus dem Moselgebiet :-)
Was man Seattle auch anmerkt ist seine Musik-Geschichte. Vor allem auf dem Broadway ( nicht so glitzernd wie der in NY ) gibt es viele Musiklokalitaeten, in den naechsten Wochen findet hier ein Jazz-Festival statt und es scheint so, als ob die Veranstaltungen, die man besuchen koennte, kein Ende nehmen.
Einen starken Einfluss hatten in den letzten 10 - 15 Jahren die 'neuen', aufstrebenden Firmen, die vor allem reichere Leute in die Stadt zogen ( und die Mieten in die Hoehe schnellen liessen :-( ). Microsoft ist mit seinen 25000 Mitarbeitern in dieser Region nur ein Beispiel, auch Boing hat hier mehrer Standorte und dementsprechen auch Menschen, die hier wohnen. Auch der asiatische Einfluss ist nicht zu unterschaetzen (geografische Naehe). Nicht nur im internationalen District, sondern in der ganzen Stadt herrscht ein Gewimmel von unterschiedlichen Voelkern. -- mehr ueber Seattle: http://www.seattleinsider.com oder http://www.seattle.com
NEUE WOHNUNG/ADRESSE:
Nachdem ich einen Monat lang in einem sehr konfortablen Guesthouse gewohnt habe (http://www.seattleguesthouse.com), werde ich nun in das 'juengere' University District ziehen, auch um die monatliche Miete zu halbieren (!): meine neue Adresse [Bild]
Winfried Ebner
5252 15th Ave. NE
Room #2
Seattle WA, 98105-3402
USA
Eine neue Telefonnummer werde ich wohl in der naechsten Woche bekommen.
Wenn irgendjemand von Euch Lust & Laune hat, Seattle und/oder mich zu besuchen oder einfach nur Stopp im Nordwesten der USA machen will,
dann seid ihr herzlich eingeladen, ein paar Tage Unterschlupf bei mir zu finden! Angebot gilt bis Mitte Feb 2001 ...
EDDIE BAUER:
In den beiden Orientierungstag hier in Redmond wurde unheimlich viel Wert auf die Legende und den Hintergrund der Taetigkeit von Eddie Bauer Wert gelegt. Eddie Bauer will die Company der ersten Wahl sein und wenn ich mich so im Buero umsehe, dann sehe ich in viele zufriedene Gesichter. Eddie Bauer steht ja fuer den Casual Look und der wird hier auch gelebt. In der 'Kleiderordnung' steht nur drinne, was man nicht unbedingt tragen sollte und dazu gehoeren solche Dinge wie "zerissene Hosen" oder Birkenstock-Schuhe. Ansonsten ist alles erlaubt, was bequem ist und worin man oder frau sich wohlfuehlt. -- die Hierachien sind sehr flach. -- Am ersten Tag hat mir Division Vice President Marketing den Cola-Automaten gezeigt ... ausserdem spricht man sich natuerlich mit Vornamen an, was bei meinem etwas schwieriger ist. Ich schicke sie dann meistens mit "Call me Winny" aufs sichere Ufer. naja , nicht alles laeuft optimal, ich bin noch ein pendler zwischen verschiedenen working boxes, weil mein Platz erst im November frei wird, ausserdem hat die IT meinen Vor- und Nachnamen verwechselt und so heisse ich jetzt digital 'Ebner Winfried' - kleine interkulturelle Probleme ...
SUPERVISOR:
Da habe ich mal wieder richtige Glueck gehabt. Mit John habe ich eine Chef bekommen, der mich hinter die Kulissen schauen laesst. Ich habe schon manche Auseinandersetzung mit den Creatives erlebt und durfte am Ende der ersten Wochen Einblicke in das neue Business-Modell von ihm nehmen. Vor allem interessant sind jedoch die abendlichen Gespraeche -- ich habe das Gefuehl, unheimlich viel dazuzulernen. Da John auch der wissenschaftlichen Ecke kommt und sehr openminded ist, kann man jeden Gedanken mal so in den Raum werfen. Was mich ausserdem weiterbringt, ist die kausale / logische Betrachtungsweisen von Problemen. Gerade habe ich einer Ausarbeitung eines Marketing-Konzeptes 'beigewohnt' -- es wurde zu einem Ausflug, wie man seine Argumentation auf einen festen Boden stellt und selbst, wenn einige Argumente nicht greifen, nicht aus dem Sattel fliegt. Die Struktur ist sehr einfach, ihr gedanklich zu folgen, jedoch nicht immer leicht. Ausserdem gibt er mir zusaetzlich noch die Moeglichkeit, am Wochenende 'raus' zu kommen -- wie dieses Wochenende -- und im Mt. Rainer Reservat zu wandern [Bild]. Ich wusste, dass Amerikaner recht hilfsbereit und freundlich sind, aber dass ich ein solches Original erwische .. :-)
METHODEN / LOESUNEN -- ABER 'ACHTUNG'
Was mich generell hier beeindruckt, sind die einfachen Loesung fuer Probleme. Waehrend man in Deutschland im Regionalverkehr Tarifzonen, Nachtzuschlaege usw. beachten muss, kann man hier zwischen Innenstadt und auesseren Zonen unterscheiden. Die Innenstadt ist den ganzen Tag ueber eine Free-Ride Area, man kann sich also bequem bewegen oder etwas etwas zahlen zu muessen. Ausserdem haengt bei den aelteren Wagen am Fenster entlang eine Ziehleine, die jeder erreichen kann -- also kein Multisensorensystem dort, wo es nicht benoetigt wird. Vielleicht sehe ich solche Dinge in ein paar Monaten gar nicht mehr ... aber es ist schon ein deutlicher Unterschied in den Problemloesungen zu erkennen. ---
Auf der anderen Seite scheint sich in dieses Volk eine Art 'Verdummung' einzuschleichen. Kauft man eine (leere) Kaffee-Tasse, dann steht oben drauf: 'Caution, content could be hot' -- so nach der Art: Wenn man Wasser reinfuellt, dann koennte es nass werden ... Ausserdem wird man an jeder Strassenecke auf Gefahren hingewiesen, die man einfach mit einem gesunden Menschenverstand eigentlich sehen muesste.
NATUR
Das, was Seattle zu einem der schoensten Staedte in den USA macht, ist die Naehe zur Natur. In zwei Stunden Autofahrt ist man mitten in der Wildnis, und es ist ohne Probleme moeglich, tagelange keine Menschenseele mehr zu sehen. Dieses Wochenende war ich im Mt. Rainier Reservat zwei Tage wandern, ganz klassisch mit Zelt und Camping-Kocher. In der Nacht war es mit minus 10 Grad Celsius schon ziemlich kalt, allerdings war es die kalte Nase wert, denn wir haben wohl eines der letzten Wochenende vor der lange Regensaison erwischt, mit einem sternenklaren Himmel und der Moeglichkeit, sogar die Satelliten zu sehen. 'Shootings Stars' waren auch dabei und ich muss echt sagen, dass ich noch selten zwei so entspannende Tage gehabt habe.
Viele Gruesse aus den USA
Winny Ebner
P.S.: Merci an alle, die mir diesen Tripp ermoeglicht und mich unerstuetzt haben -- dies sind vor allem das Personalmarketing des Otto Versandes (http://www.otto.de), die Carl Duisberg Gesellschaft (http://www.cdg.de) und natuerlich meine Family ... ;-) -- es hat sich schon jetzt gelohnt :-))
Zum zweiten Newsletter.
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